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Fachkräftemangel: Warum finden Salons und Arbeitsuchende nicht zusammen?

Baustellen · Gemeinsam Lösungen finden

Dieser Beitrag ist eine Grundlage zur Diskussion. Er beschreibt eine Perspektive, nicht das letzte Wort. Eure Erfahrungen, Fragen und Gegenargumente gehören dazu. Jetzt mitreden ↓

Salons suchen Mitarbeiter. Gleichzeitig suchen ausgebildete Friseure Arbeit. Warum finden beide Seiten nicht zusammen? Diese Frage muss erlaubt sein. Nicht, um Menschen pauschal zu verurteilen, sondern um ein Problem zu lösen, das Betriebe, Beschäftigte und unsere Solidargemeinschaft betrifft.

Hinter der Statistik stehen unterschiedliche Menschen

Arbeitsuchend und arbeitslos sind nicht dasselbe. Wer noch beschäftigt ist und eine neue Stelle sucht, kann bereits als arbeitsuchend erfasst sein. Auch bedeutet eine Meldung bei der Arbeitsagentur nicht automatisch, dass jemand Leistungen bezieht. Zahlen aus unterschiedlichen Gruppen dürfen deshalb nicht einfach zusammengezählt oder gleichgesetzt werden.

Die früher genannten Werte aus 2022 und 2023 beschreiben zudem keine heutige Lage. Aus ihnen lässt sich weder eine aktuelle Vermittlungsquote noch eine Ursache für Arbeitslosigkeit ableiten. Wir brauchen einen belastbaren Blick darauf, wer tatsächlich eine Stelle sucht, welche Qualifikationen vorhanden sind und wo passende Stellen offenbleiben.

Vermittlung muss genauer hinsehen

Wenn ein Salon wegen fehlenden Personals Termine absagen oder Öffnungszeiten einschränken muss, hilft eine unverbindliche Liste möglicher Bewerber wenig. Wir wünschen uns eine Vermittlung, die die Anforderungen des Betriebs und die Möglichkeiten der Menschen genauer zusammenbringt.

Fehlt nach einer längeren Pause die fachliche Sicherheit? Sind Arbeitszeiten, Kinderbetreuung oder der Arbeitsweg ein Hindernis? Gibt es gesundheitliche Einschränkungen? Oder passen Bezahlung und Erwartungen nicht zusammen? Das sind Fragen, die geklärt werden müssen. Wer nur mangelnden Willen unterstellt, übersieht mögliche Lösungen.

Wo ein Wiedereinstieg möglich ist, sollten gezielte Weiterbildung, passende Arbeitszeiten und eine vernünftige Einarbeitung helfen. Dazu braucht es Zusammenarbeit zwischen Salons, Arbeitsagentur, Jobcentern und den Menschen selbst. Auch Betriebe müssen ehrlich prüfen, was sie anbieten und welche Unterstützung sie leisten können.

Mitwirkung gehört dazu – ebenso ein fairer Umgang

Wer Unterstützung erhält, muss die jeweils geltenden Pflichten beachten. Werden zumutbare Schritte ohne wichtigen Grund verweigert, müssen die zuständigen Stellen den Einzelfall prüfen und die gesetzlich vorgesehenen Konsequenzen anwenden. Wir fordern Verbindlichkeit – keine willkürlichen Sanktionen und keinen Verdacht gegen alle Arbeitslosen.

Beschäftigung sollte Menschen in passende, reguläre Arbeit führen. Sie allein deshalb in irgendeine andere Tätigkeit zu drängen, damit sie vermeintlich keine Gelegenheit zu Schwarzarbeit haben, wäre keine überzeugende Antwort. Es geht um einen tragfähigen Weg in Beschäftigung, nicht um pauschale Unterstellungen.

Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt

Wer gewerbsmäßig Leistungen anbietet und dabei Steuern, Sozialabgaben oder notwendige Meldungen umgeht, kann korrekt arbeitende Salons unterbieten. Werden zusätzlich für Sozialleistungen relevante Einnahmen verschwiegen, kann auch Leistungsmissbrauch vorliegen. Solche Verstöße müssen verfolgt werden.

Aber ein Hausbesuch ist nicht automatisch Schwarzarbeit. Auch mobile Friseurdienstleistungen können legal erbracht werden. Entscheidend sind die tatsächlichen Umstände und die Einhaltung der geltenden Pflichten. Ebenso macht Arbeitslosigkeit einen Menschen nicht zum Schwarzarbeiter. Diese Unterscheidung ist für eine glaubwürdige Diskussion unverzichtbar.

Hinweise brauchen zuständige Ansprechpartner

Für Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung gibt es Zuständigkeiten: Ansprechpartner sind insbesondere die Hauptzollämter mit ihrer Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Je nach Sachverhalt kommen weitere Stellen hinzu. Konkrete Hinweise gehören dorthin – nicht als unbelegte Anschuldigung über einzelne Personen in eine öffentliche Kommentarspalte.

Wir fordern, nachvollziehbaren Hinweisen nachzugehen, die Zusammenarbeit der zuständigen Stellen zu verbessern und über die Folgen von Schwarzarbeit aufzuklären. Gleichzeitig müssen legale Arbeit und ein Wiedereinstieg attraktiver und erreichbarer werden. Beides gehört zusammen.

Auf ein Wort: Woran scheitert die Vermittlung in Eurem Umfeld? Was erleichtert den Wiedereinstieg? Und wie schützen wir ehrliche Arbeit, ohne Menschen unter Generalverdacht zu stellen?

Rene Krombholz · Der faire Salon

Quellen: Bundesagentur für Arbeit zur Arbeitsuchend- und Arbeitslosmeldung sowie Zoll zu Hinweisen auf Schwarzarbeit. Stand 20. Oktober 2026. Nicht nachgewiesene Quoten und Schadenssummen aus dem Ausgangstext werden nicht als Fakten übernommen. Beitragsbild: KI-generiertes Symbolbild.

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